Exhibition

Exhibition Installation

In Vienna, only 8 percent of street names celebrate women and their contributions. However, in a new urban development area for 20.000 inhabitants, the Seestadt Aspern, all newly built streets and plazas put women in the spotlight, some of them architects, urbanists and designers – such as the Zaha Hadid Square, the Lina Bo Bardi Square, the Eileen Grey Lane, or the Jane Jacobs Bridge. This is why we chose these streets to show our outdoor exhibition about global urbanistas:

We are featuring 18 positions from around the world with portraits and projects of female architects, urban designers and urban planners from Austria, France, Ireland, Pakistan, Iran, Brazil, Australia, and many more.

Come and visit from May 10th – October 15th, 2021 in Vienna Seestadt Aspern at the Wangari Maathai Platz

18 urbanistas aus aller Welt der letzten 150 Jahre

KuratorInnen Statement

Frauen Bauen Stadt
The city through a female lens

Im Jahr 2030 werden 2,5 Milliarden Frauen in Städten leben und arbeiten. Und zwar in Städten, die in den allermeisten Fällen von Männern geplant und gebaut wurden. Daher stellt sich die dringende Frage: Wie viel Weiblichkeit bietet die Stadt von morgen? Inwiefern wird die Stadt der Zukunft auf unser aller Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten sein? Und welche Rolle spielen dabei Architektinnen, Stadtplanerinnen und Städtebauerinnen? 

Tatsächlich gibt es in den letzten 150 Jahren viele bedeutende Leistungen von Frauen, die die heutige Stadt geprägt, gestaltet und maßgeblich beeinflusst haben. Ihre Beiträge reichen von kleinen Impulsen, die Auswirkung auf unseren städtischen Lebensalltag haben, über Brücken, Plätze und Parklandschaften bis hin zu Planungen für Stadterweiterungsgebiete und ganze Städte – vom Aspernsee nebenan über die Brooklyn Bridge im Big Apple bis zur australischen Hauptstadt Canberra. 

Im Rahmen der Open-Air-Ausstellung „Frauen Bauen Stadt“ holen wir 18 Architektinnen, Stadtplanerinnen, Städtebauerinnen, Landschaftsarchitektinnen und Künstlerinnen aus aller Welt vor den Vorhang. Wir präsentieren ihre realisierten Projekte, ihr urbanes Vermächtnis und ihr Engagement für die Stadt von morgen – und stellen ihnen vergleichbare Projekte und Positionen in österreichischen Städten gegenüber. 

In manchen Fällen sind die Arbeiten der gestaltenden Frauen weit bekannt, ja sogar weltberühmt. In manchen Fällen werden die Namen der Frauen neben ihren männlichen Kollegen in der Öffentlichkeit schlichtweg ausgeblendet. Und in manchen Fällen sind die Frauen in Vergessenheit geraten und ihre Werke in den Archiven unter den Zahnrädern der Zeit verschwunden. Manchmal findet man kaum noch Fotos oder Originalzitate. 

Das wollen wir ändern. „The city through a female lens” ist eine Zusammenstellung von Vielfalt, Urbanität und Gegensätzlichkeit. Die kleine Weltreise, auf die wir Sie einladen, führt zu Grandes Dames und ihren großen Projekten – und reicht bis zu jenen planenden Frauen, die in der Seestadt Aspern mit Straßenamen geehrt werden oder hier ihre urbane Vision umgesetzt haben. 

Denn wie gesagt: Frauen Bauen Stadt. 

18 Frauen
6 Stationen

Die Meisterin plant
Große Pläne für die Stadt von morgen

Die Stadt, wie wir sie kennen, ist eine Mischung aus Zufall und Planung. Doch um eine wirklich funktionierende Stadt zu bauen, braucht es heute eine klare Vision und eine sorgfältige Planung, die viele Faktoren berücksichtigt. 

Dazu zählen Geografie, Klima, Verkehr, Grünräume, Orte zum Wohnen und Arbeiten, technische Infrastruktur und natürlich auch soziale Spielregeln. Eine gute Masterplanung berücksichtigt alle Menschen und möglichst viele unterschiedliche Lebenskonzepte. Gut, wenn frau dabei nicht nur die Männer im Blick hat.

Marion Mahony Griffin:
Masterplan Canberra, Australien
Yasmeen Lari:
Wohnsiedlung Angoori Bagh, Lahore, Pakistan
Helle Søholt:
Die Partitur des öffentlichen Raums, Seestadt Aspern, Österreich

Der Weg ist das Ziel
Verkehrsbauten in unseren Städten

Das Zusammenleben in Städten zeichnet sich dadurch aus, dass wir ständig in Bewegung sind, ständig auf dem Weg von A nach B nach C. Ein vielfältiges, multimodales Mobilitätsangebot ist für eine moderne Stadt daher unentbehrlich. 

Doch Verkehrsinfrastruktur hat nicht immer nur mit Schnelligkeit und Effizienz zu tun. Manchmal kann die Bewegung durch die Stadt – ob zu Fuß, im Auto oder in einer unterirdischen Bahn – auch schön sein und zelebriert werden. Viele Frauen haben diese Ingenieursleistungen vorangetrieben und unsere Städte bereichert. 

Leila Araghian:
Tabiat Bridge, Teheran, Iran
Zaha Hadid:
Hungerburgbahn, Innsbruck, Österreich
Emily Warren Roebling:
Brooklyn Bridge, New York, USA

Platz schaffen
Öffentlicher Freiraum für alle

Plätze sind die öffentlichen Wohnzimmer einer Stadt. Hier kreuzen sich Menschen- und Verkehrsströme: Hier trifft man sich, hier kommt man ins Gespräch, hier setzt frau sich auf eine Bank und beobachtet das urbane Geschehen. 

In den letzten Jahren haben sich die Ansprüche an öffentliche Plätze massiv verändert: Autos werden mehr und mehr zurückgedrängt, die Bühne ist nun wieder frei für Menschen und ihre Bedürfnisse. Manchmal werden dabei sogar vergessene, vernachlässige Zwischenräume wieder wachgeküsst. Häufig kommt die Initiative von Frauen.

Genia Awerbuch:
Dizengoff-Platz, Tel Aviv, Israel
Kazuyo Sejima:
Rolex Learning Center, EPFL Lausanne, Schweiz
Silja Tillner:
Urban-Loritz-Platz, Wien, Österreich

Die Stadt im Haus
Dreidimensionale Stadtlandschaften

Mit der Veränderung von Klima und Gesellschaften steigen auch die Anforderungen an die Architektur. Häuser sind nicht mehr nur private Räume mit Mauern und Dächern, sondern dienen immer öfter auch als dreidimensionale, skulpturale, begehbare Stadträume. 

Plötzlich findet man überdachte Erdgeschoße, aufregende Spazierschluchten, Turnsäle in Türmen, Bibliotheken mit Panoramaausblick und begehbare Dachlandschaften – allesamt spannende Räume, in denen die klassischen Grenzen zwischen innen und außen, zwischen privat und öffentlich neu verhandelt werden.

Lina Bo Bardi:
SESC Pompéia, São Paulo, Brasilien
Lu Wenyu:
Fuyang Cultural Complex, Hangzhou, China
Grafton Architects: Yvonne Farrell und Shelley McNamara:
UTEC University Campus, Lima, Peru

Stadt Land Fluss
Leben zwischen Wiese und Wasser

Lange Zeit fristete die urbane Natur ein untergeordnetes Dasein und wurde in Stadtplanungsprozessen erst spät oder nachträglich berücksichtigt. Doch das ändert sich gerade. Die Natur wird zu einem wesentlichen Aspekt im Städtebau. 

Ob Wald, Wiese oder Wasser: Natur- und Parklandschaften sind nicht nur wichtige Erholungsräume, sondern leisten auch wertvolle Dienste in Bezug auf lokales Klima, Luftqualität und Regenwasser-Speicherung. Sehr oft sind es Aktivistinnen, Stadtplanerinnen und Städtebaudirektorinnen, die sich dafür stark machen. 

Elsa Burckhardt-Blum:
Flussbad Oberer Letten, Zürich, Schweiz
Elizabeth Diller:
Zaryadye-Park, Moskau, Russland
Laura Vahl:
Seepark, Seestadt Aspern, Österreich

Gekonnte Kunstgriffe
Kleine Impulse und große Liebe

Stadt besteht nicht immer nur aus großmaßstäblicher Planung und jahrzehntelangen Wachstumsprozessen. Oft sind es die kleinen, fast unscheinbaren Eingriffe, die unsere Städte aufregend und lebenswert machen. 

Das Spektrum der gekonnten Kunstgriffe reicht von Stadtmöbeln über Kunstprojekte bis hin zu temporären Installationen, die nach wenigen Wochen wieder abgebaut werden. Manchmal passiert es, dass mit diesen kleinen Dingen Großes passiert – und plötzlich steht in Moskau eine Sitzbank, die man eigentlich aus dem Museumsquartier kennt. 

Anna Popelka:
Stadtmöbel Enzi, Museumsquartier Wien, Österreich
Marjetica Potrč:
King’s Cross Pond, London, Großbritannien
Camille Walala:
White City Place, London, Großbritannien

Wir danken für die finanzielle Unterstützung

Auftraggeberin
Wien 3420 aspern Development AG

Konzept und Kuratierung
Katja Schechtner
Wojciech Czaja

Wissenschaftliche Begleitung
Sabina Riss, TU Wien

Wissenschaftliche Assistenz
Anne Wunderlich

Architektur, Grafik und Produktion
MVD Austria
Projektleitung: Helene Schauer